titel Historie

Wohn- und Kontorgebäude
der ehemaligen Weberei Wilhelm Stoffel,
Baujahr 1925

Am 14.08.1923 stellt Wilhelm Stoffel einen Bauantrag zur Errichtung einer Weberei. In der Bauerlaubnis ist als ausführender Architekt Otto Nickel verzeichnet. Nickel hatte kurz zuvor auch für den Fabrikanten Max Prescher in der Parzellenstraße 26 eine Weberei mit Wohn- und Kontorgebäude erbaut. Die Firmen von Stoffel und Prescher hatten bis zu dieser Zeit ihren Hauptsitz am Ostrower Damm 11. Stoffel hat im Gegensatz zu Prescher seine nachweislich 1927 fertiggestellte Weberei mit Wohn- und Kontorgebäude aber nicht in Betrieb genommen. Durch die Inflation ließ Wilhelm Stoffel die Weberei zwar noch errichten, konnte sie dann aber wohl aus finanziellen Gründen nicht in Betrieb nehmen, so dass sie in Besitz des Bauunternehmers und Architekten Otto Nickel kam.
Das Gebäude ist stadtbaugeschichtlich wie wissenschaftlich von Bedeutung als ein wichtiges Dokument für das Wirken des Cottbuser Otto Nickel, der seit 1910 ein Baugeschäft in der Stadt unterhielt. Nickel gehörte bis zu seinem Tod 1931 zu den renommiertesten Architekten in der Stadt und hat mit seinen Bauten das Stadtbild von Cottbus entscheidend mitbestimmt.
Die Bauten in der Parzellenstraße 47 wurden 1936 von Otto Nickels Witwe an die Edeka-Großhandels GmbH Cottbus verkauft. Der direkt an die Südwestseite des Wohn- und Kontorgebäudes anschließende eingeschossige Anbau war ursprünglich Teil des langgestreckten Webereigebäudes und wurde erst von der Edeka-Großhandels GmbH im Wesentlichen zu einer Büronutzung umgebaut. Bis heute ist die in diesem Zusammenhang erfolgte Verkleinerung der Fenster an der Fassade zum Hof ablesbar.
Nach Kriegsende wurde das Areal von der sowjetischen Besatzungsmacht okkupiert und als Warenumschlagsplatz für die sogenannten Russenmagazine in der Region genutzt.
Im Oktober 2007 wurde das Objekt in die Denkmalliste des Landes Brandenburg, Teil Cottbus, aufgenommen.
2008 wurde das Wohn- und Kontorgebäude vom Inhaber der EVENTCOMPANY COTTBUS, Herrn Thomas Brucksch, erworben.
Seitdem wird mit Hilfe des Architekten Herrn Fred Wanta das gesamte Gebäude aufwendig restauriert und zur Betriebsstätte mit einer modernen Veranstaltungslokalität umgebaut. >> zurück